Heimatschutz
Das Elgger Gassenbild soll nicht nur zu erhalten, sondern verschönert werden. So wurde in den ersten Statuten der Heimatschutz-Vereinigung Elgg im Jahr 1975 der Schutz des charakteristischen Dorfbildes und der Gassen des Fleckens vor Entstellung sowie die Pflege der charakteristischen Bauweise festgehalten.
Heimatschutz-Vereinigung Elgg
Am 11. November 1975 fand die Gründungsversammlung des Vereins statt. Dazu hatte das Initiativkomitee um Doktor Peter Rüsch gründliche Vorbereitungen getroffen. Der Winterthurer Stadtbaumeister Karl Keller wies in einer Bildschau darauf hin, dass es nicht bloss um den Erhalt von Schützenswertem gehen dürfe, sondern dass dem Bauherr Hand gereicht werden müsse, damit Um- und Neubauten sich nicht störend ins Umgebungsbild drängen.
Der Elgger Bauvorstand Heini Hafner äusserte sich im Namen des Gemeinderats und unterstrich, dass diesem daran gelegen sei, dass das Elgger Gassenbild nicht nur zu erhalten, sondern zu verschönern sei. So wurde in den ersten Statuten im Jahr 1975 der Schutz des charakteristischen Dorfbildes und der Gassen des Fleckens vor Entstellung sowie die Pflege der charakteristischen Bauweise festgehalten. Rüsch wurde zum ersten Präsidenten gewählt, die weiteren Vorstandsmitglieder waren Rudolf Beuggert, Carlo Gaggini, Otto Haag, Willy Hermann, Fridolin Kundert und Alfred Lattmann. Und zu guter Letzt wurde der Jahresbeitrag auf 20 Franken festgelegt.
Eine erste grosse Aufgabe stemmte die noch junge HVE bereits 1977/78. An einer ausserordentlichen GV hatte sie beschlossen, das Häuschen an der äusseren Obergasse 4 zu kaufen. Die im 18. Jahrhundert vermutlich als Speicher gebaute Liegenschaft befand sich in schlechtem Zustand, schien dem HVE aber prägend für’s Dorfbild und darum erhaltenswert. Weil es noch an Eigenkapital fehlte, mussten neben Beiträgen der kantonalen Denkmalpflege und des Heimatschutzfonds der politischen Gemeinde Elgg im Finanzierungsplan Frondienstleistungen eingesetzt werden, wie einem eindringlichen Brief von Präsident Rüsch an die Mitglieder entnommen werden kann. Solche wurden schliesslich in Form von exakt 489 Stunden geleistet. 1979 verkaufte die HVE die Liegenschaft, welche sie in der Zwischenzeit schön hergerichtet und «Sunnehüsli» getauft hatte, wieder und hatte somit einen ersten Beitrag im Sinne ihrer Statuten geleistet.
2025 legen die Statuten ihr Augenmerk weiterhin auf die Förderung einer gestalterisch guten Bauweise, die Rücksicht nimmt auf Bestehendes. Nun soll diese aber – das ist ein grosser Gewinn und steht heute im Vordergrund – explizit einen Beitrag leisten zur Lebendigkeit von Elgg. Der Mitgliederbeitrag liegt übrigens auch im 2025 bei 25 Franken.
TOBIAS BERGER,
HEIMATSCHUTZ-VEREINIGUNG, ELGG